das wohlklingende Holz

 

Aussehen


    Arundo Donax ist mit einer Höhe von 2-8m eines der größten Gräser.  Die 12-30cm langen Internodien (Kulmus) der Halme erreichen Durchmesser von 1-5cm bei Wandstärken von 2-8mm.  Die 5-6cm breiten und bis zu 50cm langen zweizeiligen Blätter sind von lanzettartiger Form, die Rispen der  Blüten werden zwischen 30-60cm lang. Die Blattscheide der Blätter liegt eng um den Halm und bleiben auch nach Abfallen des Blattes am Halm stehen. Arundo Donax bildet große Knollen und verbreitet sich durch Kriechwurzelausleger.


    Die Pflanze ist mehrjährig, das Längenwachstum setzt im zweiten Jahr ein. Am Ende des Wachstums eines Internodiums  wird eine eine harte, spröde Oberfläche mit hohe Anteil an eingelagerten Siliziumkristallen und gelb-brauner Farbe gebildet.

Botanische Zuordnung


Die Gattung Arundo  gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae ), Tribus Arundineae
Sie umfasst ca. 7 verschiedende Arten, von denen aber nur die Art Arundo Donax, L. als Lieferant von Rohrblätter für Holzblasinstru-mente eine Bedeutung hat.


Arundo Donax wird oftmals fälschlicherweise als Bambusart bezeichnet und "Bambus" genannt, es ist aber mit den Bambusarten (Bambusoideae) nicht verwandt. Die häufig im Deutschen gebrauchte Bezeichnung "Schilfrohr" ist da schon genauer.

Sortierung

Die getrockneten Stangen werden nach 2-4 Jahren an den Noden abgelängt und die einzelnen Abschnitte nach Durchmesser und Qualität sortiert.


10 - 11 mm        Oboe (3)

11 - 12 mm        Englisch Horn (4)

20 - 22 mm        Klarinette

23 - 25 mm        Fagott (2)

28 - 32 mm        Kontrafagott (1)

Verbreitung


    Als ursprüngliches Verbreitungsgebiet wird der mediterrane Raum/Nordafrika bis zu den niedrigen Ausläufern des Himalajas ( Kashmir/Nepa) angegeben. A.Donax  wurde aber durch den Menschen in vielen subtropischen und warmen Zonen der Welt als Zier/Nutzpflanze eingeführt. Die Pflanze ist mittlerweile auf allen Kontinenten anzutreffen.

A.Donax benötigt ein tropisches, sub-tropisches oder warmes Klima und stellt relativ geringe Ansprüche an den Boden, es wächst auf lehmigen Böden wie auf sandigen Böden. Es toleriert auch hohe Anteile an Salz im Boden und ist deshalb auch auf Sanddünen in Nähe von Meeresküsten anzutreffen.


    A. Donax  benötigt zum Wachstum sehr viel Wasser, ca. 2000 l/ m Halm, weshalb sein bevorzugtes Wuchsgebiet die Ufer von Bächen und Flüssen sowie Überschwem-mungsgebiete sind.

Plantagen


    Arundo Donax als Material für Rohrblätter wird auf speziellen Plantagen gezielt angebaut und kultiviert. Das Sammeln von wild gewach-senem Arundo Donax wird nicht (mehr) praktiziert.


    Arundo Donax wurde wahrscheinich schon 5000 v. Chr. als Material für Rohrblatt-instrumente von den ersten Hochkulturen verwendet, hier dürfte aber wildgewachsenes Arundo Donax verwendet worden sein.


    Im alten Ägyptens wurden in der ptolemäischen Zeit (300-30 v. Chr)  Rohrblätter in einem speziellen Verfahren angebaut. Um eine junge Pflanze wurde ein Ring aus Pflanzenfasern gelegt, beim Wachsen schnürte diese Stelle ein. Um ein Rohblatt herzustellen wurde der Halm über der eingeschnürten Stelle abgeschnitten und zusammengedrückt. Es ist wahrscheinlich das diese Rohrblätter auf speziellen "Plantagen" gezüchtet wurden. Leider liegen mir keine Informationen vor ob es sich hierbei um Arundo Donax handelte oder um eine andere Schilfart.[1, S.193ff]


    Im alten Griechenland wurde das Arundo Donax Material für die Aulos nicht speziell angebaut, das gleiche scheint bei den Römern und ihrer Tibia angewandt worden zu sein.
Die antiken Quellen geben zwar qualitative Unterschiede zwischen Rohrmaterial aus verschiedenen Regionen an, aber ein gezielter Anbau scheint nicht stattgefunden zu haben.


    Nach Baines wurde in (Nord)-Europa  Arundo Donax bis zum Ende des 16.Jhr. hauptsächlich aus Süditalien bezogen, hier dürfte es sich um wildgewachsenes Rohr gehandelt haben.


    Bis zum ersten Weltkrieg wurde A. Donax nur in Europa gezielt angebaut, hauptsächlich in Frankreich und Spanien. Auf Grund der "Nachschubprobleme" während des ersten Weltkrieges wurden im / nach dem ersten Weltkrieg Plantagen in anderen Ländern gegründet. Nach dem zweiten Weltkrieg entstanden auf der ganzen Welt A. Donax Plantagen, sofern es das Klima zulässt.
Plantagen sind zB. in Australien, Mexiko, Argentinien, Kalifornien, Kaukasus usw. zu finden.


    Die speziellen klimatischen Bedingungen der verschiedenen Plantagen führen zu unterschiedlichen Wachstumsbedingungen und somit zu unterschiedlichen Qualitäten der Rohrhölzer. Aus diesem Grunde bevorzugen viele Holzbläser Rohrholz von bestimmten Plantagen/Anbaugebieten.

Ernte


    Mitte Dezember / Anfang Januar werden die 2-3 Jährigen Arundo Donax Pflanzen geerntet.

Dieses geschieht oftmals noch per Hand um ungeeignete Stangen in diesem Arbeitsschritt gleich aussortieren zu können.

Eine erneute Ernte auf diesem Feld ist nach 2-3 Jahren möglich.
Nach ca. 4-5 Ernten sind die Pflanzen zu alt und schwach und es muß eine neue Anpflanzung erfolgen um die Pflanzen zu verjüngen.


Trocknung


    Die einzelnen Stangen werden zu Bündeln zusammengefasst und senkrecht im Freien zur Trocknung aufgestellt.

Je nach Hersteller werden die Blätter , die Blattscheiden bleiben jedoch in der Regel  am Halm. 

Eventuelle Blätter und die Blattscheiden verrotten nun in den nächsten 2-4 Monaten durch den steten Wechsel von Regen, Sonne, Wind.


    Nach 2-4 Monaten wird der obere, nicht zu verwendende Abschnitt der Pflanze entfernt und die Stange in 1,0- 1,5m lange Abschnitte abgelängt. Eventuell noch anhaftende Blätter/Blattschneiden werden entfernt, ebenso findet eine erste Aussortierung von schlechten Stangen statt.

Die Abschnitte werden horizontal auf eine Unterlage für ca. 3-4 Wochen in der Sonne weiter getrocknet, wobei sich die Stangen endgültig vom Grün zu Gelb verfärben. Die Stangen müssen für eine gleichmäßige Trocknung und Färbung regelmäßig gedreht werden.

Nach dieser Trocknung werden die Stangen in besonderen Trockenschuppen für ca. 1-2 Jahre gelagert.

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(amerikanischer Stil)